Kunst ist sein Lebenselexier


Das Custoden-Team des Museums Wiesbaden kann nicht einfach mal so zum „Art Shopping“ gehen. Denn das ist schwer ohne eigenen Ankaufsetat. Aus diesem Grund haben Sammler oder vielmehr Mäzene eine herausragende Bedeutung für das 200 Jahre alte Haus – ganz besonders für die Abteilung der „Klassischen Moderne“, deren Custos Dr. Roman Zieglgänsberger die aktuelle Ausstellung "Feininger, Münter, Modersohn-Becker. Wie die Kunst ins Museum kommt"  kuratiert hat (noch bis 26. April) - eine Ausstellung mit 105 Werken, die dem Museum schon geschenkt wurden oder noch geschenkt werden: Denn zwei Mäzene haben ihre Sammlung ganz oder teilweise dem Museum testamentarisch vermacht.

Einer davon ist Frank Brabant, der auf Einladung von PCW-Vorstandsmitglied und Moderatorin Corinna Freudig mit Zieglgänsberger im Presseclub zu Gast war und das voll besetzte Haus begeisterte: mit seinem Charme, seinem Witz, seiner Offenheit und seiner unbedingten Liebe zu rund 700 Kindern, wie er seine Sammlung nennt. Zu ihr gehören unter anderem fünf Bilder von Ernst Ludwig Kirchner, fünf von Franz Marc und fünf von Wassily Kandinsky. Mit seinen Kindern verbringt Brabant seine Tage – es sei denn, sie sind vorübergehend als Leihgabe in einer Ausstellung irgendwo in der Welt unterwegs. Ansonsten hängen sie im Wohnzimmer, in der Bibliothek, in der Küche und im Badezimmer - auch wenn das jedem Restaurator die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Doch Kunst ist für Brabant nun einmal keine Wertanlage, sondern Lebenselixier, seitdem er 1963 sein erstes Werk, einen Holzschnitt von Max Pechstein, erstanden hat.

Damals wurde das entfacht, was Zieglgänsberger "Frank Brabants untrügliches Gespür für Qualität und Schönheit" nennt. Das Leben Brabants ist eine - nicht nur glückliche - Geschichte wie im Film und deshalb gibt es den auch schon. "Früher haben sie gemeckert, heute bin ich Kult",  konstatiert der ehemalige Barbetreiber im Trailer. Was dazwischen so alles passiert ist? Das sehen Sie, wenn Sie sich die ARD-Doku "Brabant" - vom Nachtclub zur Millionensammlung  ansehen.

 

Text und Fotos: PCW

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»Ich bin Mitglied im Presseclub, weil ich hier Persönlichkeiten treffe, die respektvoll und trotzdem messerscharf mit Worten umgehen. Für mich, der oft in Bildern denkt, eine Bereicherung und Gelegenheit dazuzulernen.«


Andreas Bell, Beisitzer im Vorstand des PCW