Die Viererbande und die Künstliche Intelligenz


Ein Abend mit der Microsoft-Deutschland-Chefin im Gutenbergmuseum am 5.12.2023

Von Stefan Schröder

Marianne Janik musste alle Kraft aufwenden, um den Bengel bis zum Anschlag zu ziehen. Zur Freude der Gastgeber mühte sich die Deutschland-Chefin des US-Software-Konzerns Microsoft redlich, auf der Druckerpresse des seligen Johannes Gutenberg im Untergeschoss des gleichnamigen Mainzer Museums eine Musterseite zu drucken. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Das galt auch für den Auftritt der gebürtigen Französin im nachfolgenden Bühnentalk mit Torsten Kirchmann. Der Vorsitzende des Presseclubs Mainz schonte die Chefin von 3000 Mitarbeitern in seinem Interview nicht. Schließlich zeichnet Microsoft für Stefan Schröder eine der bahnbrechendsten Technologieneuerungen der Gegenwart mitverantwortlich. Das „LargeLanguage“-Produkt „ChatGPT“ gilt als Meilenstein bei der Etablierung der Künstlichen Intelligenz im Alltag der Menschheit.

Mit welchen Folgen? Diese Frage prägte das Gespräch zwischen Kirchmann und Janik auf der Bühne des Vortragssaals im Weltmuseum der Druckkunst. Janik blieb keine Antwort schuldig. Sei es die Klärung des Urheberrechtes, die Sicherung der Daten in Europa vor dem Zugriff der Amerikaner oder die Kennzeichnung künstlich erstellter Inhalte. Dabei ließ die 58 Jahre alte Juristin durchblicken, dass auch sie sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen hat. Beispielsweise, wenn ihre Kinder sie fragten, warum sie ihre Befehle immer noch in das Mobilfon tippe und die Kommandos nicht einfach spreche.

Abermals hatte damit die „Viererbande“, bestehend aus den Presseclubs Mainz und Wiesbaden sowie den Ortverbänden des Deutschen Journalistenverbandes in Wiesbaden und Mainz-Rheinhessen, zu einer Veranstaltung geladen, die in Reichweite und Informationstiefe beispielhaft war. Die Kooperation strebt seit 2020 das Ziel an, einmal im Jahr mit einem solchen Medienevent gemeinsam in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen.

In Mainz zeigte das Wirkung. Zu den Gästen zählten der rheinland-pfälzische Digitalminister Alexander Schweitzer und Oberbürgermeister Nino Haase. Beide hoben in ihren Grußworten hervor, man solle zwar die Risiken der neuen Technologie kennen, aber, bitteschön, doch die Chancen unbedingt nutzen. „Jeder sollte es mal ausprobieren“, rief Haase die Zuhörer auf und ermunterte die Microsoft-Chefin sogleich zu einer Zusammenarbeit mit seiner Kommune. Museumschef Ulf Sölter freute sich, so viel Aufmerksamkeit noch einmal im alten Haus zu genießen. Schließlich beginnt am 19. Mai 2024 der Abbruch des alten Hauses. Bis 2027 soll das Weltmuseum der Druckkunst dem Andenken an einen der ersten Revolutionäre der Medienwelt eine neue Heimstatt geben.

 

 

Marianne Janik beim Bedienen der historischen Druckerpresse

Marianne Janik beim Bedienen der historischen Druckerpresse

 
Thorsten Kirchmann (PC Mainz) im Gespräch mit Marianne Janik (Microsoft Deutschland)

Thorsten Kirchmann (PC Mainz) im Gespräch mit Marianne Janik (Microsoft Deutschland)

 
Trotz Schneeregens ein gut besuchter Hörsaal im Gutenbergmuseum

Trotz Schneeregens ein gut besuchter Hörsaal im Gutenbergmuseum

 
Die Gastgeber und ihre Gäste (v.l.n.r.:): Stefan Schröder (PC Wiesbaden), Heike Parakenings-Siefert (DJV Wiesbaden), Ulf Sölter (Gutenbergmuseum), Torsten Kirchmann (PC Mainz), Alexander Schweitzer (Digitalminister), Dr. Marianne Janik (Microsoft Deutschland), Nino Haase (OB Mainz), Jürgen Krämer (DJ Mainz-Rheinhessen).

Die Gastgeber und ihre Gäste (v.l.n.r.:): Stefan Schröder (PC Wiesbaden), Heike Parakenings-Siefert (DJV Wiesbaden), Ulf Sölter (Gutenbergmuseum), Torsten Kirchmann (PC Mainz), Alexander Schweitzer (Digitalminister), Dr. Marianne Janik (Microsoft Deutschland), Nino Haase (OB Mainz), Jürgen Krämer (DJ Mainz-Rheinhessen).

Alle Fotos: Markus Hildebrand

 

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