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Villa Clementine
Artikel vom 01.01.2008
Die Villa Clementine, Sitz des Presseclubs Wiesbaden, ist eine prunkvolle Stadtvilla im Stil des Historismus.
Sie wurde 1878 bis 1882 vom Architekten Georg Friedrich Fürstchen für
den Mainzer Fabrikanten Ernst Meyer erbaut. Der Unternehmer kaufte das
Grundstück an der Ecke Wilhelmstraße/Frankfurter Straße 1877 für seine
Frau Clementine, welche allerdings kurz vor der Fertigstellung der nach
ihr benannten Villa starb. Daraufhin wollte Meyer den Bau mit seinen
römisch-pompejianischen Elementen verkaufen, fand aber erst 1890 einen
Käufer. Zwischenzeitlich stand die Villa Clementine 1888 im Blickpunkt
der Weltöffentlichkeit, als hier der Wiesbadener Prinzenraub stattfand.
1960 kam sie in den Besitz der Stadt Wiesbaden. Wenig später gab es
stadtplanerische Überlegungen, den wertvollen Bau einer autogerechten
Stadt zu opfern. Diese Pläne wurden aufgegeben und 1973 beschloss die
Stadt, die Villa für kulturelle Zwecke zu nutzen.1976/1977 wurde die
Villa Clementine renoviert. 1978 drehte der Hessische Rundfunk hier die
zehnteilige Verfilmung von Thomas Manns Buddenbrooks.
Heute wird die Villa für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie
Lesungen, Ausstellungen und Musikdarbietungen genutzt. Die gediegenen
Parterre-Räume hat der Presseclub 1990 mit Hilfe zahlreicher Sponsoren
aufwändig für sich hergerichtet. Die Belle Étage dient als
Literaturhaus.