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Dienstag, 28.05.2013

Man wird nie Deutscher - Wie Deutschland Integration verhindert

Referent: Ozan Ceyhun, ehemaliger SPD-Europa-Abgeordneter, Moderation: Ingeborg Toth
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Ohne Ortskenntnis geht gar nichts

Artikel vom 24.02.2011

Wiesbadener Tagblatt, Allgemeine Zeitung, Idsteiner Zeitung, Aar-Bote

Von Ingeborg Toth

VERKEHR Taxiverband beklagt Probleme, geeignete Fahrer zu finden / 70 Prozent fallen bei Prüfung durch

Taxen sind ein häufig genutztes öffentliches Verkehrsmittel, als einziges nicht subventioniert. Die 373 Taxen in Wiesbaden transportieren jährlich 2,2 Millionen Fahrgäste. "Die meisten Fahrten sind unspektakulär", sagt Sabine Neumann, Vorsitzende des Taxiverbandes. Sie diskutierte mit der Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz im Presseclub die Frage: "Wiesbadener Taxifahrer - besser als ihr Ruf?" Der Ruf wurde angekratzt durch einen ADAC-Test im Jahr 2008, der die Qualität des Taxen in deutschen Großstädten unter die Lupe nahm: Das Auto versifft, der Fahrer grantig, die Route zu lang. Schlusslicht wurde Frankfurt, aber Wiesbaden schnitt auch nicht viel besser ab. Ordnungsdezernentin Zeimetz, Juristin von Haus aus, bemühte sich gemeinsam mit der Taxiverbands-Vorsitzenden um das Thema "Qualitätsverbesserung". Man habe es geschafft, im Dezember 2010 gemeinsam eine neue Taxiordnung für Wiesbaden auf die Beine zu stellen. Die war schon von der Überschrift her erneuerungsbedürftig, hieß sie doch "Droschken-Ordnung".

In der Satzung ist nicht alles zu regeln: Polizeibeamte konMangelnde Sprachkenntnisse sind ein häufiger Beschwerdegrund - Fahrgäste glauben, von einem ausländischen Fahrer nicht verstanden zu werden. Ob mit oder ohne deutschem Pass - die Fahrer mit Migrationshintergrund machen in Wiesbaden mittlerweile 80 Prozent aus. Verdienen die Taxifahrer zu wenig? Ist der Beruf in Wiesbaden nicht attraktiv? Es sei für die Taxiunternehmer mittlerweile schwierig, qualifizierte Fahrer zu bekommen. Bewerben kann sich nur, wer die Ortskenntnis-Prüfung besteht. Bei 2300 Straßen im Stadtgebiet sei das auch schwierig. "An die 70 Prozent fallen durch", so die Verbandsvorsitzende. Die Niedriglohn-Struktur könne schuld sein, dass sich nicht mehr genügend qualifizierte Bewerber melden. Die Zeit, in der Studenten ihr Studium mit Taxifahren verdienen, sei vorbei.

Auf die Frage, was Taxifahrer verdienen, erklärte Sabine Neumann: "Das kann ich beim besten Willen nicht sagen." Es komme ganz darauf an, welche Halteplätze jemand anfährt (am Hauptbahnhof kostet der Halteplatz sogar Geld - 120 Euro pro Taxi und Jahr) und welche Kundschaft er bediene. Tarife, über die die Stadtverordnetenversammlung entscheidet, würden nur in großen Abständen an den allgemeinen Anstieg der Lebenshaltungskosten angepasst. Im Jahr 2001 wurde ein neuer Tarif gleich in Euro umgerechnet, der dann bis 2008 beigehalten worden ist. Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz habe sich dankenswerterweise - so sieht es das Taxigewerbe - für eine Anpassung stark gemacht. Nachdem sich der Tarif um 3,16 Prozentpunkte erhöht hat, sei der Lebenshaltungsindex um rund acht Prozent gestiegen.